Wie geht es weiter in Pfarrei und Gemeinde?

So wie es momentan aussieht wird Pastor Görke ab 1. November 2026 der einzige Priester für unsere drei Gemeinden St. Annen, St. Hedwig und Heilige Familie sein. Er wird künftig in allen drei Gemeinden Gottesdienste feiern und darüber hinaus für zwei Kindergärten sowie für die Grundschule Katharina von Siena zuständig sein.

Neben seinen Aufgaben als Pfarradministrator kommen die vielen anderen Aufgaben eines Priesters noch dazu: die Seelsorge, Gespräche, Krankenbesuche, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und vieles mehr. Und auch ein Priester braucht Zeiten, in denen er zur Ruhe kommen kann – der Montag ist grundsätzlich sein freier Tag.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir künftig auch nur noch einen Organisten für die gesamte Pfarrei haben werden.

Wir im Vorstand des Pfarrpastoralrates haben uns gemeinsam mit Pastor Görke überlegt, wie wir unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen eine möglichst gute und tragfähige Lösung für alle drei Gemeinden finden können. Natürlich bedeutet das Veränderungen und eine geänderte Gottesdienstordnung:

Wir können uns zunächst freuen, denn in St. Hedwig wird es auch weiterhin jeden Sonntag um 11.30 Uhr eine Heilige Messe geben. Das ist, wie ich finde, eine gute Nachricht.

In St. Annen wird es künftig sonntags keine Messe mehr geben. Dort wird die Vorabendmesse am Samstag bleiben.

In Heilige Familie wird die Sonntagsmesse künftig bereits um 9.00 Uhr beginnen, statt vorher um 10 Uhr.

Die Werktagsmesse bei uns am Dienstag wird um 18 Uhr beginnen und die Werktagsmesse bei uns am Freitag entfällt.

Ich weiß, dass diese Veränderungen bei vielen von Ihnen Gefühle auslösen werden. Sie sind vielleicht traurig, enttäuscht oder auch wütend. Und ich kann das verstehen. Wenn etwas, das über viele Jahre selbstverständlich war, plötzlich nicht mehr möglich ist, tut das weh.

Aber ich möchte Sie heute um etwas bitten:

Bitte richten Sie Ihren Unmut nicht gegen Pastor Görke. Pastor Görke wird künftig eine enorme Verantwortung für unsere gesamte Pfarrei tragen. Und gerade deshalb braucht er jetzt nicht zusätzlichen Druck, sondern unsere Unterstützung. Lassen Sie uns ihm zeigen, dass er nicht alleine ist. Dass wir hinter ihm stehen. Dass wir bereit sind, ihn zu unterstützen und zu entlasten, wo wir es als Gemeinde können.

Und bitte laden Sie Ihre Enttäuschung auch nicht beim Erzbistum ab. Ich glaube nicht, dass uns Vorwürfe weiterbringen. Im Gegenteil: Sie kosten Kraft – Kraft, die wir jetzt an anderer Stelle dringend brauchen: Für unsere Gemeinden. Für unsere Gottesdienste. Für unsere Gemeinschaft.

Vielleicht wird manches anders werden.
Vielleicht wird manches schwieriger werden.
Aber unsere Gemeinschaft muss deshalb nicht schwächer werden.

Deshalb meine große Bitte an Sie: Kommen Sie weiterhin zahlreich zu unseren Gottesdiensten. Lassen Sie uns die Kirche nicht leerer werden lassen, sondern gerade jetzt zeigen, dass unsere Gemeinde lebt.

Zu unserem 50-jährigen Jubiläum hier in St. Hedwig hatten wir einen Satz als Motto:

„Miteinander hier – füreinander da.“

Ich glaube, dieser Satz bekommt gerade jetzt eine noch größere Bedeutung.

Miteinander hier.
Füreinander da.

Das gilt für unsere Gemeinde St. Hedwig, für unsere Pfarrei – und eigentlich für unsere ganze Welt.

Wir können die Rahmenbedingungen nicht immer verändern. Aber wir können entscheiden, was wir daraus machen.

Lassen Sie uns deshalb zusammenstehen. Lassen Sie uns einander tragen, helfen und unterstützen. Lassen Sie uns besonders jetzt aufeinander achten – und auch besonders auf Pastor Görke.

Unser Glaube gibt uns die Kraft, auch schwierige Zeiten gemeinsam zu bewältigen. Und ich bin überzeugt: Wenn wir zusammenhalten und Gott in unserer Mitte wissen, werden wir auch diesen neuen Weg gemeinsam gehen.

Ein Schreiben von Pastor Görke dazu und die neue Gottesdienstordnung finden Sie hier.

Viele Grüße
und ein herzliches Dankeschön an Sie alle für die Bereitschaft diesen Weg mit uns zu gehen.

Ihre
Anja Speidel