Via Crucis – Der Kreuzweg – von Franz Liszt
ist in diesem Jahr am Vorabend des Palmsonntags, dem 28. März 2026 um 17 Uhr in der ergreifenden Komposition von Franz Liszt in der Johanneskirche Friedrichsgabe zu erleben. Angeregt war der tief gläubige Katholik Liszt, der lange in Rom gelebt hatte, vom Beten des Karfreitags-Kreuzwegs im Kolosseum, eine Tradition unter Leitung des Papstes, die nach einigen Jahrzehnten Unterbrechung vor sechzig Jahren wieder aufgenommen wurde, jetzt jährlich vom Fernsehen übertragen wird und zehntausende Gläubige anzieht.
Das Werk für Orgel oder Klavier, Chor und Solisten vertont die 14 Stationen des Kreuzwegs und zieht den Zuhörer sofort in den Bann. Ich empfinde es eher als eine Andacht und nicht nur als ein Konzert.

Eingerahmt wird die musikalische Betrachtung des Leidensweges Christi durch Verse aus dem gregorianischen Hymnus Vexilla regis, „Des Königs Banner“, eine Verherrlichung des Kreuzes als Herrschaftszeichen Christi.
Die einzelnen Kreuzesstationen werden abwechslungsreich mal durch den Chor, mal durch Solisten, mal durch Klavier Solo dargestellt. Eingearbeitet sind die beiden auch im Gotteslob enthaltenen ökumenischen Kirchenlieder „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „O Traurigkeit, o Herzeleid“.
Dreimal fällt Jesus, Stationen 3, 7 und 9. Die expressiven Rufen der Männerstimmen beantworten die Frauenstimmen mit Versen aus dem Stabat mater.
Das furchtbare „Kreuzige ihn“ in der 11. Station geht sehr unter die Haut und ist musikalisch mit dissonanten Akkorden und gespenstischen Pausen musikalisch weit der Kompositionszeit 1878/79 voraus. Das gilt auch für die fünf Kreuzwegstationen, die nur vom Klavier an der Grenze zur Atonalität eindrücklich gestaltet werden.
Die etwa 40-minütige Durchführung wird im Programm noch ergänzt durch Passionsmotetten und Orgelwerke von italienischen Komponisten sowie von Johann Sebastian Bach.
Samstag 28.3.2026, 17.00 Uhr in der
Johanneskirche Norderstedt-Friedrichsgabe, Bahnhofstraße 77
Manfred Laske


